Zusammenfassung = Schlußwort der Bachelorarbeit ?

Ratschläge und Tipps zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeitem sowie Diskussion zur (fächerübergreifenden) mündlichen Prüfung

Zusammenfassung = Schlußwort der Bachelorarbeit ?

Beitragvon Frank78 » 25.07.17 10:36

Hallo zusammen,
ich habe eine Frage zu der ZUsammenfassung die man zur Bachelorarbeit abgeben soll. Reicht es da nicht das Schlusswort zu nehmen?
Beste Güße
Frank
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Re: Zusammenfassung = Schlußwort der Bachelorarbeit ?

Beitragvon WIStudent » 26.07.17 07:48

Hallo, Frank,

meinst Du die Kurzfassung.. 3 Seiten, kein Deckblatt, etc.? Hatte ich jedenfalls zur Diplom- und zur Masterarbeit abzugeben. Nein, das ist nicht ein bzw. das Schlußwort. Es geht darum, einem Prüfer - der Deine Arbeit nicht gelesen hat - einen Überblick zu verschaffen, worum es eigentlich geht. Das war im Abschlußmodul auch erklärt.. wie gesagt, es war eine Masterarbeit, das mag sich von Bachelorarbeiten unterscheiden.

Ich hatte bei mir die Gliederung herangenommen und aus jedem Kapitel das wichtigste zusammengeschrieben und am Ende auf die vorgegebenen drei Seiten gekürzt. Ziel ist wie gesagt, einer Person einen Überblick über die Arbeit von Anfang bis Ende zu verschaffen.

Kann leider im Campus nicht mehr nachschauen, wurde vorgestern bereits abgeschaltet.

HtH

WIStudent.. ähm.. nicht mehr :-).
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Re: Zusammenfassung = Schlußwort der Bachelorarbeit ?

Beitragvon Frank78 » 26.07.17 11:06

Vielen Dank für die schnelle Antwort!
Die ZUsammenfassung wird aber nicht mitbewertet, oder?
Gruß
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Re: Zusammenfassung = Schlußwort der Bachelorarbeit ?

Beitragvon WIStudent » 26.07.17 17:30

Hi again,

nein, keine Bewertung für die Kurzfassung. Im Modul hieß es dazu bei mir (hatten wir im Thread "Kolloquium 21.7.2017" mal thematisiert):

"Mit der Abschlussarbeit ist auch eine Kurzfassung einzureichen. Diese wird Ihren Prüfern vor dem Kolloquium zur Verfügung gestellt. Bitte bauen Sie die Kurzfassung wie folgt auf.. max. 3 Seiten (bitte kein Deckblatt!).. als Word- oder pdf-Datei... zeitnah mit der Abgabe der Arbeit per Mail".

Es kann schon deshalb keine Bewertung geben, weil die Kurzfassung nur für den Prüfer da ist, der die Arbeit nicht gelesen hat (manchmal haben wohl auch beide die Arbeit nicht gelesen). Und der kann dann ja die Kurzfassung schlecht bewerten (wie gut die Kurzfassung die eigentliche Arbeit trifft?!), weil er die eigentliche Arbeit nicht kennt.

Schau aber bitte in die Modulbeschreibung, da müßte es exakt erläutert sein.

Bis dann,

WI (M.Eng.) :-)
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Re: Zusammenfassung = Schlußwort der Bachelorarbeit ?

Beitragvon Frank78 » 29.07.17 14:57

Danke für die schnelle und gute Antwort!!!
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Re: Zusammenfassung = Schlußwort der Bachelorarbeit ?

Beitragvon tom2 » 09.07.18 09:35

Für alle Interessierten: Hier finden sich nützliche Tipps & Tricks für das Schreiben und Drucken deiner Bachelorarbeit. Vom Vermeiden von Plagiaten, über die Erstellung des Deckblatts bis hin zur perfekten Bindung werden hier vielerlei Themen beschrieben.

Alternativ und ebenfalls sehr hilfreich sind die Tipps von studi-lektor zum Schreiben von Abschlussarbeiten.
Passend zu diesem Thread beispielsweise: https://studi-lektor.de/tipps/schreiben ... fazit.html

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Re: Zusammenfassung = Schlußwort der Bachelorarbeit ?

Beitragvon Kaktus123 » 13.11.18 15:17

Hallo,

eine kurze Frage zur Kurzfassung bei der Masterarbeit.

Verstehe ich es richtig, dass man hier auf dem ersten Blatt Titel, Name, Nummer etc. schreibt und dann darunter eine dreiseitige Zusammenfassung der Arbeit?

Soll diese reine Textform werden, oder wie eine Präsentation aufgebaut sind mit Aufzählungen etc.?
Habt ihr dann hier ggf. einfach die Zusammenfassung der Masterarbeit für die drei Seiten genutzt?
Oder fällt dies auf und ist verboten?

Mich würde auch der Sinn dieser Zusammenfassung interessieren. Der Betreuer und derjenige der als zweiter korrigiert bekommen doch sowieso das gedruckte Buch.
Ist es bei der AKAD dann nicht so, dass diese beiden dann im Kolloquium sitzen?
Bei der FH in der ich meinem Bachelor gemacht habe war das so.

Irgendwie kommt mir das komisch vor, als würden die Prüfer die Arbeit gar nicht lesen und ihre Benotung nur auf die drei Seiten auslegen?

Gut man hat dann zwar noch die Präsentation im Kolloquium. Dazu hätte ich auch noch eine Frage.
Ist man mit den Prüfern im Kolloquium alleine im Raum, oder sitzen hier ggf. noch andere Studenten mit drin?
Die Arbeit wird einen Sperrvermerk bekommen.

Danke im Voraus.
Kaktus123
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Re: Zusammenfassung = Schlußwort der Bachelorarbeit ?

Beitragvon WIStudent » 27.11.18 19:24

Moin, Kaktus,

ich hatte es irgendwo nachgelesen und dann drei Blätter abgegeben (=per Mail 3 Tage nach Versand der Masterarbeit).. gespeichert als PDF mit dem Dateinamen NACHNAME-VORNAME_MMMMMM.pdf mit MMMMMM = Immatrikulationsnummer. Wenn Du also zum Beispiels Hansi Kaktus heißt und die Immatrikulationsnummer 123456 ist, wäre das KAKTUS-HANSI_123456.pdf.

Und so war der Inhalt:

Kaktus, Hansi, 123456, <Titel der Arbeit>

Problemstellung: Immer kurzfristigere und individuellere Kundenanforderungen .. blablabla..
Forschungsfrage und Zielsetzung: balbalblablalb

und so weiter. Durchgängig ohne Leerzeilen, nur nach der obersten Zeile mit Name und Titel. Ich war die Kapitel durchgegangen und hab das aus meiner Sicht wichtigste herausgezogen, war dann auf 3,5 Seiten und hab dann so lange eingedampft, bis das Proggi 3 Seiten anzeigte. Ich habe NICHT die Zusammenfassung genommen, weil das Ding "Kurzfassung" heißt und nicht Zusammenfassung.

Die Kurzfassung ist für den Zweitprüfer im Kolloquium, der die Arbeit nicht gelesen hat. Achtung, das sind nicht die beiden Gutachter. Bei mir (Diplom + Master) war es der Zweitgutachter (der die Arbeit hoffentlich gelesen hat :-) - als Erstprüfer im Kolloquium) und ein Zweitprüfer. Und letzterer hat die Arbeit NICHT gelesen. Dafür gibts die Kurzfassung. Irgendwo müßte das mit der Kurzfassung beschrieben stehen.. wart mal.. SQL03 oder so.. - da: SQLD302-EL_11851_A1116.pdf, findest Du im Servicebereich, meine ich - auf Seite 23 heißt es dort

"Mit der Abschlussarbeit ist auch eine Kurzfassung einzureichen.... blabla ... Datei-Bezeichnung: NAME-VORNAME_IMMANR und bauen Sie die Kurzfassung wie folgt auf:

– Name, Vorname, Immatrikulationsnummer und Thema in der Kopfzeile
– max. 3 Seiten (bitte kein Deckblatt!)

Übrigens: nein, man hat NICHT "die Präsentation im Kolloquium." Es ist ein Gespräch über die Arbeit - wenn Du die selbst geschrieben hast, sollte das kein Problem sein. Es gibt auch ein Anschreiben, wo das alles erkärt ist.. mit Anmeldung der Arbeit, meine ich.. nein, mit Anmeldung zum Kolloquium:

Bei MIR (letztes Jahr) hieß es darin:

"Bachelor- und Masterstudiengänge
Das Kolloquium besteht aus der mündlichen Verteidigung Ihrer angefertigten Bachelor- bzw. Masterarbeit. D.h. Sie stellen die Kernergebnisse Ihrer Abschlussarbeit vor und beantworten daraus resultierende Fragen zur Themenbearbeitung. Kernergebnisse der Arbeit können z.B. sein: Motivation, zentrale Forschungsfrage, benutzte Methoden, Ergebnisse. Eine Präsentation zu diesen Themen ist nicht erforderlich."

Man sitzt mit den Prüfern alleine da.. also 3 Personen insgesamt. Ich meine, bei meinem Diplom (AKAD 2013) gabs mal einen Fragebogen, ob man Zuhörer zulassen möchte. Gabs diesmal m.E. aber nicht. Würde ich auch nicht machen, das kann niemals vorteilig sein und es kommt ja drauf an, daß man ordentlich performt.

Die Benotung hecken die beiden Jungs dann aus, wenn Du draußen bist. Die basiert sicher nicht ausschließlich auf den drei Seiten, der Erstprüfer hat die Arbeit ja gelesen. Ich würde mal annehmen, die Benotung richtet sich nach Deinen Antworten. Also am besten nicht mit einer Bierflasche und der Bild-Zeitung erscheinen :mrgreen:. Bei mir hatte der Erstprüfer meine Arbeit mit haufenweise Post-Its drin. Ähm.. ich hab mich ein wenig blamiert :lol: .. als wir auf den Zweitprüfer gewartet haben, hatte ich das mit den Post-Its gesehen. Und irgendwo .. evtl. hier im Forum.. oder in einem Seminar.. hat mal ein Student relativ großkotzig gesagt "meinst Du, der Prof. liest die Arbeit komplett durch?! Der guckt mal in die Zusammenfassung und blättert herum.. uswusw". War voll der Checkker. Irgendwie hatte ich mir das gemerkt. Jedenfalls.. ich war halt ein bißchen aufgeregt.. sah ich die ganzen Lesezeichen und fragte spontan und überrascht "haben Sie das alles gelesen??". Da hat er ganz komisch geguckt und irgendetwas mit "ja" beginnend geantwortet. Mehr weiß ich nicht mehr :roll:.

Wenn Du Fragen hast.. laß hören.

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Re: Zusammenfassung = Schlußwort der Bachelorarbeit ?

Beitragvon Kaktus123 » 28.11.18 12:01

Hallo WIStudent,

vielen Dank für deine ausführliche Antwort und die Tipps.

Das ist eine super Idee, dass man die einzelnen Kapitel dann separat hervorhebt und dazu dann das wichtigste zusammenstellt.
So erhalten die Prüfer wirklich einen besseren Überblick über die einzelnen Kapitel.

Ich hätte jetzt fast im Stil der Zusammenfassung geschrieben. Aber das stimmt, dass sich diese nicht ganz eignet, wenn man sich einen schnellen, ausführlichen Überblick
verschaffen soll.


Achso muss man im Kolloquium dann gar keine Präsentation vorbereiten? Ich dachte das wäre mit dem Punkt (Sie stellen die Kernergebnisse Ihrer Abschlussarbeit vor) gemeint.
Ich dachte, dass man die Hälfte von der Zeit seine Präsentation und Ergebnisse vorstellt und der Rest ist dann für die Fragen da. So kenne ich es vom Bachelor (anderer Anbieter)

Hast du dann für das Kolloquium für dich dann eine Art Präsentation/Übersicht vorbereitet, oder muss man den Prüfern alles aus dem Kopf erzählen?

Im Campus wird man vom genauen Aufbau des Kolloquiums auf die SPO Dateien verwiesen. Nur kann ich hier nirgends eine genaue Beschreibung sehen, was man vorbereiten muss. Oder ich bin blind?
Sehe nur das es 45 Minuten dauert und die Versuche.

Nach der Anmeldung kann man aktuell folgendes lesen:

Ablauf Kolloquium
Die mündliche Prüfung dauert ungefähr 45 Minuten. Der Aufbau des Kolloquiums ist in Ihrer Studien- und Prüfungsordnung geregelt.
Prüfungskommission: Wenn möglich, werden Sie von einem der Gutachter Ihrer wissenschaftlichen Arbeit und einem Prüfer, der Ihren Schwerpunkt als Fachgebiet vertritt, geprüft. Die Prüfer erhalten im Vorfeld die Kurzfassung Ihrer wissenschaftlichen Arbeit und Ihre Schwerpunktthemen.

Statt hier wieder zu verweisen, könnte man doch gleich den Ablauf direkt darstellen wie er gewünscht wird :-)

Beim Abschnitt der Masterarbeit selbst haben sie ja auch die Kurzfassung in der genauen Form beschrieben.

Das man mit den Prüfern alleine ist beruhigt mich schon ein wenig :-)
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Re: Zusammenfassung = Schlußwort der Bachelorarbeit ?

Beitragvon WIStudent » 28.11.18 21:19

Hi again,

schau Dir bitte mal den Thread "Kolloquium 21.7.2017" an.. da sind auch von mir ein paar Kommentare drin, u.a. zum Verlauf der Prüfung. Der war exakt wie in anderen Beiträgen beschrieben. Habe auch noch ein Dokument dazu, wo ich alles zusammengetragen hatte.

Schreibe morgen etwas dazu.. falls Du im Dezember dran bist, sind ja noch ein paar Tage Zeit.

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Re: Zusammenfassung = Schlußwort der Bachelorarbeit ?

Beitragvon Kaktus123 » 29.11.18 09:10

Hallo WiStudent,

danke. Habe deinen Beitrag gefunden. Das ist super ausführlich und hilft mir.

Nur eine Frage hätte ich noch. Die Fragen der Prüfer, waren die nur zum Thema der Arbeit und im groben zum Themengebiet der Arbeit,
oder auch quer durch Module des Studiums?

Weil hier gibt es einen Beitrag eines Studenten von Wirtschaftsinformatik, welcher anscheinend 20 Minuten über Themen aus den Hauptmodulen abgefragt wurde
und sogar Modelle und Co. aufzählen musste?
Kommt sicherlich auch auf die Prüfer drauf an, aber empfinde ich trotzdem komisch, da es ja denke ich doch um die Arbeit und deren Themen gehen sollte.

Bin zum Glück erst nächstes Jahr dran.

Gruß
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Re: Zusammenfassung = Schlußwort der Bachelorarbeit ?

Beitragvon WIStudent » 30.11.18 18:15

Hi again,

möglich, daß dieser Beitrag vom Studi der Wirtschaftsinformatik von mir war :-). Im DIPLOMstudiengang verläuft das Kolloquium anders.. da ist es dreigeteilt in Abschlußarbeit, Hauptstudium und Gesamtstudium zu je 20 min. Nicht gut. Hatte in den zwei Monaten nach der Abgabe und bis zum Kolloquium tatsächlich noch das Zeug aus dem Grundstudium durchgeblättert. Das Studium umfaßte.. kein Witz.. 48 Module o.ä. Habe mich natürlich nur auf die wesentlichen konzentriert, aber dennoch kurz nach der Abgabe damit angefangen.

Beim Master ist es im Vergleich ein Spaziergang! Also.. kannst Dich entspannen. Es geht nur um die Arbeit - und wer könnte das besser beantworten, als der Autor?

Als Warm-Up würde ich als Prüfer auch erstmal ein bißchen plauern lassen.. erzähl mal, wie bist Du auf das Thema gekommen, was hast Du gemacht.. blabla.. und da fragen die Jungs dann immer mal geschmeidig dazwischen. Es geht insgesamt auch darum (denke ich mir mal so..), ob Du die Arbeit wirklich geschrieben hast. Ich meine.. es gibt ja auch hier im Board so einige Angebote über.. wie heißt das noch.. "Lektorat" und "Ghostwriting" usw. Keine Ahnung, ob das wirklich jemand in Anspruch nimmt. Denke auch nicht, daß sich das wirklich herausfinden läßt, wenn derjenige nicht völlig dämlich vorgeht. Wenn man beispielsweise ein Thema vor Augen hat, aber beruflich zu ist bis unters Dach.. dann könnte ich mir vorstellen, daß fremdschreiben wirtschaftlicher ist. Das wird man niemals herausfinden, wenn der Studi dem Schreiber Vorgaben gibt und die Arbeit "managed", nur nicht selber formuliert/tippt. Aber wer halt keinen Bock hat und fett schreiben läßt.. den kann man sicher mit manchen Fragen ins Schleudern bringen.. "wo war das noch mit der Erkenntnis sowieso..? Zeigen Sie doch mal." So eine Arbeit einmal durchzulesen.. das dauert ja je nach Umfang locker einen Tag. Und wenn man 30 Tage mit dem intensiven Studium von Arbeit und Literatur verbringt.. dann kann man auch gleich selber schreiben.

Wie dem auch sei.. Du mußt Dir übers Kolloquium keine Sorgen machen. Ist wie gesagt lockerer Talk über die Arbeit. Natürlich ist nicht vermeidbar, daß man auch mal über die darunterliegende Thematik spricht. Das geschieht aber nicht als Frage-Antwort-Prüfer-Spiel. Aber die Grundlagen in der Arbeit beziehen sich ja auf Studienmodule, sonst hätte die Arbeit ja nicht genügend Bezug zum Studium.

Wart mal.. ich suche Dir mal meinen Plan für die letzten 14 Tage raus.. ah.. da:

3 Tage:
Aufgabenplan verfeinern: Gutachten lesen, Kritikpunkte herausarbeiten/auflisten mit Spalte für Referenz Master-Arbeit, Kurzfassung lesen, Raster mit Eckpunkten für Vorgehensweise und Motivation gemäß Reports aus fernstudenten.de ableiten, Kurzfassung einpassen.
Du solltest der Kritik aus den Gutachten Aufmerksamkeit schenken.. die Stellen also herausfinden, nachlesen und kapieren, was die Jungs meinen und Dir dazu etwas überlegen. Vielleicht haben sie es ja auch nicht kapiert :-).

2 Tage:
Arbeit lesen mit Focus auf Kritikpunkten, Kritikpunktraster füllen und in neuer Kurzfassung Kritikpunkte ansiedeln und neue Vorgehensweise erwähnen, stichpunktartig Fragen nach Vorgehensweise beantworten.

4 Tage:
Arbeit lesen und in neuer Kurzfassung Kritikpunkte ansiedeln und neue Vorgehensweise erwähnen, stichpunktartig Fragen nach Vorgehensweise beantworten, wichtigste Literatur vergegenwärtigen und kurz umreißen

2 Tage:
den ganzen Scheiß lernen

Day 0:
den Scheiß rocken

..so stand es da :-). In meinem Script hatte ich die Anforderungen, die im Anschreiben benannt waren, für mich beantwortet. Also

Sie stellen die Kernergebnisse Ihrer Abschlussarbeit vor und beantworten daraus resultierende Fragen zur Themenbearbeitung. Kernergebnisse der Arbeit können z.B. sein: Motivation, zentrale Forschungsfrage, benutzte Methoden, Ergebnisse.

Da hab ich dann z.B. die Vorbereitung, Themenfindung kurz umrissen, meine Motivation.. da hatte ich noch nachgesehen, was das eigentlich heißt. In meinem Script steht

• Warum lohnt es sich, die genannten Probleme zu lösen?
• Wer wird welchen Nutzen von dieser Abschlussarbeit haben?
• Warum ist die Arbeit wichtig?
• Wer wartet sehnlichst auf die Fertigstellung der Arbeit?

Dann etwas zur Vorgehensweise, auch die wichtigste Literatur und die Grundideen daraus.. welche Lieblingsbücher ich mit relevanten Erkenntnissen hatte. Vielleicht auch, welche Literatur nichts war.

Es wurde auch gefragt, welche Module aus dem Studium Relevanz zur Arbeit hatten.. ist ja nichts neues. Hatte das für mich aufgelistet (PRD, SYA, SYD, SDH, GPM.. bei mir jedenfalls).

Auch wichtig: was würde ich anders machen. War bei mir einfach: weil die Note "ordentilch" war, konnte ich locker raushauen.. "nicht viel - hat sich ja gezeigt, daß das Ergebnis nicht schlecht war".

Was man noch machen könnte.. sollte sich aus dem Schlußteil.. Ausblick ergeben.

Ich hatte das wie gesagt für mich mal aufgeschrieben, damit ich zumindest für Standardfragen schonmal eine Antwort gefunden hatte. Erlaubt dann ein entspannteres Auftreten, weil wohl nur wenige unbekannte Fragen kommen können, auf die man sich dann besser konzentrieren kann.

Ich hatte mich am Ende gefragt, was das ganze überhaupt sollte. Es stand ja alles in der Arbeit und der Haupt-Hauptaufwand mit Studium, Klausuren, Assignments und Masterarbeit war gemacht. Das Kolloquium erfordert dann nochmal über zwei Monate "Verzögerung" - für 2-3 Credits (glaub ich, weiß nicht ganz genau), die mir ja keine echten neuen Erkenntnisse bringen. Sehr, sehr, sehr komprimiert ausgedrückt ist das Kolloquium ja so etwas wie "lies die Kurzfassung mal vor und drehe hier und da eine kleine Schleife".

Durch die 2+ Monate Abstand muß man vor dem Termin den ganzen Mist mehrfach nochmal lesen und sich neu vergegenwärtigen - bei mir hatten sich viele Arbeiten aufgestaut (wird wohl bei jedem sein, der nicht Rentner ist), so daß ich nach der Arbeit viel, viel aufzuarbeiten hatte. Dann ist die Arbeit trotz der monatelangen Beschäftigung ganz schnell wieder aus dem Gedächtnis. Damit man nicht den letzten Termin noch verkackt, muß man sich aber doch brauchbar vorbereiten - und das wiederum kostet mehrere Tage. Wobei einige hier geschrieben hatten zum Thema Vorbereitung: "bin im Hotel mit der Arbeit auf der Nase bei Seite 5 eingeschlafen und hab dann in der Bahn am nächsten Morgen mal ins Inhaltsverzeichnis geschaut" - so sinngemäß :-).

Hau rein,

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Re: Zusammenfassung = Schlußwort der Bachelorarbeit ?

Beitragvon Kaktus123 » 03.12.18 11:57

Hallo WiStudent,

super vielen Dank. Echt geniale Zusammenfassung und Plan.

Hatte wegen der Abschlussarbeit kurz mit meinem Betreuer telefoniert und ihn beiläufig dazu gefragt.
Er meinte, dass er es nicht genau weiß, weil er eigentlich hier nie dabei ist .... :-(
Aber er hat es so gehört und wundert sich auch, weil er Kolloquien auch nur mit Präsentationen kennt.

Darf man als Student dann wirklich nichts mit hineinnehmen? Die Prüfer haben ja dann ggf. die gedruckte Arbeit und die Kurzfassung.
Aber selbst steht man mit leeren Händen da und soll wirklich alles aus dem Kopf machen?

Weil du hier schreibst "lies mal die gedruckte Zusammenfassung vor und drehe mal eine Schleife"?


Ja sehe ich wie du. Wenn sie beim Bachelor das Kolloquium gekippt haben, dann hätten sie es beim Master auch machen sollen.
Die Hauptleistung besteht ja im Grunde aus der Arbeit. Und eine mündliche Prüfungssituation hatte man ja auch im Hauptfach durch.
Da könnte man sich ja auch streiten, ob es nicht bequemer gewesen wäre, das Hauptfach auch noch in eine schriftliche Klausur umzuwandeln.
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Re: Zusammenfassung = Schlußwort der Bachelorarbeit ?

Beitragvon WIStudent » 04.12.18 12:31

Moin, Kaktus,

also.. in dem Dokument steht es klar mit der Präsentation drin ("keine") und bei mir (21.07.2017) war es so. Keine Präsentation. Andere berichteten das auch. Ich mit leeren Händen (außer Ausweis).. sitze an einem Tisch in einem Seminarraum gegenüber dem "Lehrerpult", zwei freundliche Profs. im Raum, meine tolle Masterarbeit mit haufenweise Post-Its offen vor dem Prof., ein Prüfungsprotokoll und irgendwelches Aktenzeugs. Hab zu dem Zeitpunkt ja auch nur schwarzweiß gesehen :-).

Bißchen WarmUp, blabla, erzählen Sie mal.. "erklären Sie dem Herrn hier neben mir mal (Zweitprüfer, hat die Arbeit nicht gelesen), wie/was/warum." Man plappert ein bißchen (man hat sich ja genau darauf vorbereitet, wenn man die Posts hier gelesen hat) und die Jungs haken dann schonmal geschmeidig ein. Warum dies, wieso das.. haben Sie auch jenes..? ich hab dann mal im Exemplar des Profs. (lag ja aufgeschlagen bei ihm) geblättert bzw. den Jungs verschiedene Abbildungen genannt, die sie sich anschauen sollten. Gleich mal in einer Abbildung unterwegs gezeigt, daß die nicht ganz symmetrisch war.. weil soundso.. Dies und das erläutert.. auch mal, daß ich Schwierigkeiten hatte, es dann aber so und so hinbekommen hatte. Und wo ich schonmal dabei war, vom grandiosen Werk "Factory physics" geschwärmt, das mich durchaus an den Stellen A, B, C.. inspiriert hat (wer plappert, bekommt weniger blöde Fragen gestellt).

Und das ging so weiter, bis sie dann fragten, was ich denn anders machen würde, wenn ich nochmal könnte.. und ich möge rausgehen. Der Rest ist Geschichte :mrgreen:.

Richtig.. das mit dem "lies die Zusammenfassung vor" war etwas unpräzise. Es müßte genauer heißen "ratter die mal runter".

Versetz Dich aber mal in den Kontext. Du hast 4-6 Monate nichts anderes gemacht, als Dich mit Deinem Thema befaßt. Ok, dann abgegeben, einen Monat gewartet, Gutachten waren da, dann die Arbeit wieder rausgekramt und alles gelesen, die Krtikstellen identifiziert.. mal überlegt, ob das stimmt usuwusw.

Wenn Du die Abschlußarbeit .. etwas wie Dein Lebenswerk bis dato.. also mit viel Mühe aufgebaut hast, kennst Du automatisch den Gedankengang und die dahinterstehende Argumentation, wie Du vorgegangen bist, wie Du auf das Thema kamst uswusw. Und zwar besser als JEDER andere. Denk an die Profs. Die machen 5-10 dieser Kolloquien an einem Tag. Vielleicht am nächsten Tag nochmal. Der Erstprüfer hat dann wohl auch 5-10 Arbeiten gelesen und begutachtet. Viele Fragen werden daher relativ allgemein sein. Und der Punkt ist auch.. sie werden Dich wohl nicht schlecht beurteilen wollen. Einer hat evtl. eine Fragenliste, aber.. die Jungs machen das seit Jahren, daher vermutlich freihändig.

Von daher.. schreib Dir eine kurze Kurzfassung, wo Du auch auf die Kritik eingehst, lern die ersten Sätze auswendig, wenn Dir das hilft.. dann kommst Du nicht ins Stocken, wenn sie sagen "erzähl mal". Manch einer wird das mit seinen Angehörigen üben.. da gibts viele Möglichkeiten. Du mußt die Arbeit drauf haben, aber es ist ja Deine, also.. wer sonst?

Wenn ich mal ohne langes Überlegen etwas dazu sagen soll.. es ist keine Sache, wegen der man groß aufgeregt sein muß. Klar, mir ging auch die Pumpe, bin ja auch schon älter :-) - aber wenn ich das vergleiche mit anderen Terminen - insbesondere der mündlichen Prüfung zu PRD81 - würde ich sagen.. Kinderspiel. Heimspiel. Freu Dich drauf: Du kannst das Zeug, das Du lange und mühsam recherchiert hast, mal locker raushauen und mit Leuten vom Fach besprechen. Und DANACH.. danach geht einer von den Jungs mit Dir zum Prüfungsamt und gibt Dir die Urkunde. Dann bist Du Master.. 5 min. nach der bestandenen Prüfung.

DAS ist übrigens ein netter Zug der AKAD - selbstverständlich für uns, aber keineswegs üblich. Hatte zwei Fälle im Bekanntenkreis, wo man aus dem Kolloquium raus geht mit der Kritik und der Beurteilung und auf die Frage "wie geht es jetzt weiter" gesagt bekommt "weiß ich auch nicht, rufen Sie morgen mal das Prüfungsamt an" (falls es geöffnet hat). Und dann.. kein Scheiß.. bekommt man 6-8 Wochen später mal ein Einschreiben mit Zeugnis und Urkunde.

Als AKAD-Kunde mit zwei Abschlüssen (einmal Kolloquium mit Feier direkt am Abend.. gabs damals jedes Quartal nach dem Kolloquium.. klasse.. und einmal Urkunde sofort, Feier dann ein paar Monate später) fand ich, daß das doch arg den großen Moment entwürdigt.. fast jämmerlich für eine Hochschule. Da ackert man sich durch alle Fächer, Seminar, Klausuren und Prüfungen durch, schafft die Abschlußarbeit und schließlich auch noch das mündliche Finale.. hat also wohl locker 3-7 Jahre (!) an diesem Projekt geschuftet - und dann geht man exakt mit NICHTS aus dem Laden raus.

Also.. freu Dich auf den Tag. Lies nochmal alle Kommentare hier - am besten auch die coolen, wo die finale Vorbereitung bei 5-10 min. lag. Funktioniert auch. Wenn Du willst.. ruf mich vor dem Termin an.

Viel Erfolg,

WIStudent
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Re: Zusammenfassung = Schlußwort der Bachelorarbeit ?

Beitragvon Kaktus123 » 06.12.18 10:52

Hallo WiStudent,

noch einmal vielen Dank für deine tolle Zusammenfassung und Tipps.

Dann bin ich hier schon beruhigter. Naja sehe es dann positiv. Dann kann man sich die Zusammenstellung einer Präsentation schon sparen :-)

Dann lege ich die Vorbereitung in das Lesen der Arbeit und versuche mir einen Weg vorzubereiten wie ich den Ablauf erzähle usw.

Das man das Zeugnis gleich danach bekommt höre ich auch zum ersten Mal. Das ist ja super.
Wundert mich, dass sie die Note dann so schnell einarbeiten können und das ganze Drucken usw.

Gruß
Kaktus123
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